6. Häufige Augenerkrankungen

  • Trockene Augen

  • Grauer Star

  • Grüner Star

  • Diabetische Retinopathie

  • Makuladegeneration


Trockene Augen

Das trockene Auge ist eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche. Bei uns sehr verbreitet, vor allem bei Menschen über fünfzig. Die Ursache kann einerseits einfach zuwenig Tränen oder andererseits eine falsche Tränenzusammensetzung sein. Betroffene leiden unter Augenrötung, Fremdkörpergefühl, Brennen Kratzen, Schleimabsonderung oder morgens verklebte Augen bis hin zur Lichtempfindlichkeit.

Es tönt paradox, aber auch ein überlaufendes Auge, kann als Ursache ein zu trockenes Auge haben. (das trockene Auge brennt und um zu lindern produziert die Tränendrüse zuviel Tränen)

Als allgemeine Ursachen kommen viele in Frage:

  • Frauen haben mehr trockene Augen als Männer. Vor allem in den Wechseljahren.
  • Krankheiten wie Diabetes, Schilddrüsenerkrankung, Rheuma, entzündliche Gefässerkrankungen und immunologische Erkrankungen
  • Medikamente können sowohl zuwenig Tränengrundsekretion wie auch ein Ungleichgewicht in der Tränenzusammensetzung hervorrufen: Medikamente gegen allergische Erkrankungen, Bronchitis, Bluthochdruck, Migräne, Depressionen sind die gängigsten, welche zum trockenen Auge führen können.

Natürlich macht es Sinn zuerst die Ursachen zu erörtern und zu beheben

Ein über längere Zeit unbehandeltes trockenes Auge kann zu irreparablen Schäden führen!

 

Der Optometrist wird unterscheiden:

1. Falsche Zusammensetzung der Tränen:

Der Optometrist kann unter dem Mikroskop oder durch Messung der Osmolarität eine Fehlzusammensetzung gut erkennen.

Tränen sind nicht einfach Wasser und Salz. Um einen gut schützenden Tränenfilm zu gewährleisten braucht es Öle, Salze und Muzine (Schleim). Diesen werden u.a. in den meibomschen Drüsen am Lidrand und in Drüsen der Lidbindehaut gebildet.

Sind Drüsen verstopft, entzündet oder von Mikroorganismen geschwächt, kann es helfen den Lidrand 2x täglich mit Babyshampoo oder teebaumhaltige Lidschaumpräparate zu behandeln. Der Optometrist weisst sie gerne in das korrekte Vorgehen ein. Bei einem bakteriellen Befall, oder wenn sich Milben in den Wimpernansätzen eingenistet haben kann der Augenarzt rezeptpflichtige Augenlidsalben verschreiben.

Auch ist zu empfehlen beim Schminken den Lidstrich nicht auf der Lidkante, sondern ausserhalb der Wimpern anzulegen.

Liegt die Ursache bei Nebenwirkungen von Medikamenten, kann man mit Tränenersatztropfen die Zeit der Medikamenteneinnahme überbrücken. Auch hier ist es wichtig, dass die Zusammensetzung der Tränenersatztropfen auf ihr Auge abgestimmt ist.

2. Zu wenig Tränen:

Dies ist die eher seltene Form. Wie viele Tränen ein Auge hat, ist klar messbar.

Liegt die Ursache bei Nebenwirkungen von Medikamenten, kann man mit Tränenersatztropfen die Zeit der Medikamenteneinnahme überbrücken. Auch hier ist es wichtig, dass die Zusammensetzung der Tränenersatztropfen auf ihr Auge abgestimmt ist.

Ist Tränenunterproduktion ein chronischer Zustand, kann man auch den Durchmesser des Tränenabflusskanals mit einem Stöpsel (lacrimal plug) verringern.

 

Grauer Star

Unter grauem Star (Katarakt) versteht man generell eine Eintrübung der Augenlinse. Der Hauptgrund an einem Katarakt zu erkranken liegt im älter werden, da sich der Stoffwechsel der Linse mit zunehmendem Alter verlangsamt (Cataracta senilis). Die UV-Strahlung kann die Entwicklung eines Katarakts begünstigen. Weitere Ursachen sind Diabetes mellitus (DM), Reaktionen auf Medikamente, Drogen, Rauchen, Traumata, Wärmestrahlung, etc.

Die Symptomatik besteht in der Regel in einer langsamen schmerzlosen Verschlechterung der Sehschärfe, in der Verminderung der Kontrastempfindlichkeit und in einer erhöhten Blendeempfindlichkeit. Durch die Verdickung der Linse und der Verdichtung des Linsenkerns kann man häufig eine Myopisierung des Auges feststellen, d. h. durch die Veränderung der Brechkraft wird das Auge kurzsichtig.

Die Indikation für eine operative Entfernung der befallenen Augenlinse und deren Ersatz durch ein künstliches Implantat ist gegeben, wenn eine Brillenglaskorrektur nicht mehr den visuellen Anforderungen des Patienten genügt. Trotzdem sollte sich der Patient nicht nur auf seine subjektive Einschätzung verlassen. Eine jährliche Augenkontrolle inklusive Brillenglasbestimmung, Sehschärfenmessung und einem Kontrastempfindlichkeitstest ist zu empfehlen.

 

Grüner Star

Der Grüne Star (Glaukom) ist eine Augenerkrankung, die eine fortschreitende und irreversible Schädigung des Sehnervs bewirkt. Häufig resultieren zuerst periphere Gesichtsfeldausfälle. Die Krankheit kann aber bis zur totalen Erblindung führen. Ein Hauptgrund zur Entstehung eines Glaukoms besteht in dem gestörten Ungleichgewicht des Kammerwasser-Zu-und-Abfluss (gestörte Homöostase) im Auge. In der Folge kommt es zu einem Anstieg des Augeninnendrucks, der den Sehnerven schädigen kann.

Vor allem bei Sehnervenschäden beim so genannten Normaldruckglaukom konnten auch Durchblutungsstörungen nachgewiesen werden (Vaskuläre Dysregulation). Nicht selten sind Patienten, deren Blutgefässe übermässig auf Reize wie Stress und Kälte mit Gefässkrämpfen reagieren (Vasospasmen) davon betroffen.

Risikofaktoren an einem Glaukom zu erkranken sind: Alter, familiäre Disposition, Rasse, Kurzsichtigkeit (Myopie), hohe Übersichtigkeit (Hyperopie), Diabetes mellitus (DM), gewisse Medikamente und schwere Augenentzündungen.

Am Anfang der Erkrankung bemerkt der Patient nichts, da der Krankheitsprozess langsam vorschreitet und er die Gesichtsfeldausfälle kompensieren kann. Das Gehirn kann sich der fehlende Gesichtsfeldausschnitt „erdenken“ und der Patient kann unbewusst mit Kopf-und Augenbewegungen das fehlende Gesichtsfeld kompensieren Da die Gesichtsfelder der beiden Augen sich zum grössten Teil überlappen, kann das gesunde Auge das fehlende Gesichtsfeld des kranken Auge „übernehmen“.

Da es sich bei einem Glaukom um eine schleichend fortschreitende und schmerzlose, aber irreversible Erkrankung des Auges handelt, ist eine periodische Kontrolle des Augeninnendrucks und die Betrachtung des Sehnervs ab einem bestimmten Alter sehr zu empfehlen. Weitere tiefer gehende Untersuchungen um ein Glaukom auszuschliessen beinhalten: Gesichtsfelduntersuchungen, Kammerwinkeluntersuchungen, Augenhintergrundfotographien und Messungen der Sehnervenfaserschicht.

 

Diabetische Retinopathie

Die diabetische Retinopathie ist eine ernsthafte Komplikation des Diabetes mellitus (DM). Durch schlecht eingestellten Blutzucker verändern sich die Blutgefässe in der Netzhaut krankhaft. Die Netzhautblutgefässe werden durch kleine Verdünnungen und Ausweitungen (Mikroaneurysmen) geschwächt, sodass es zu kleinen Blutungen (intraretinale Blutungen) kommen kann. In fortgeschrittenen Stadien ist eine Minderdurchblutung (Ischämie) und als deren Folge eine Wucherung (Proliferation) neuer unerwünschten Blutgefässe in den Glaskörper möglich. Dies führt zu weiteren möglichen Komplikationen wie Glaskörpereinblutungen, Netzhautablösung und evt. sogar zu einem akuten Glaukom.

Nach 20 Jahren bestehender Zuckerkrankheit ist die Wahrscheinlichkeit eine diabetische Retinopathie zu erlangen ungefähr bei 90%. Da in den industrialisierten Ländern Diabetes sehr weit verbreitet ist, ist die Prävalenz zusätzlich an einer diabetischen Retinopathie zu erkranken sehr hoch. Die diabetische Retinopathie ist häufig Ursache einer Erblindung. Periodische prophylaktische Untersuchungen des Augenhintergrundes und des vorderen Augenabschnitts sind bei einem Diabetiker deshalb sehr wichtig.

 

Makuladegeneration

Die Makuladegeneration ist eine Erkrankung der zentralen Netzhaut. Am „Punkt des schärfsten Sehen“, der Fovea centralis, erliegen die Sinneszellen allmählich einem Funktionsverlust. Das hat zur Folge, dass die zentrale Sehschärfe stark eingeschränkt wird. Dies führt zu einer hochgradigen Sehbehinderung oder sogar zur Blindheit.

Die häufigste Form der Erkrankung ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), deren Ursache in den Stoffwechsel-Unterstützungsstrukturen der Netzhaut liegt. Generell wird zwischen der trockenen- (ung. 80-90% der Betroffenen) und der feuchten Form (ung. 10-20% der Betroffenen) unterschieden. Die feuchte Form ist die gravierende. Obwohl bei dieser Form Therapien angeboten werden können, kann der Verlauf der Erkrankung nur zum Teil gestoppt oder verlangsamt werden.

Die Therapie beim Augenarzt richtet sich nach der Form der Erkrankung. Deshalb ist vor allem bei der feuchten Form die Früherkennung wichtig.

Zur Verbesserung der Orientierungsfähigkeit und Lesefähigkeit können beim Low-Vision-Spezialisten spezielle Sehhilfen, wie, Fernrohrbrillen, Lupen, Lupenbrillen, angepasst und abgegeben werden. Zur Verminderung der Blendeempfindlichkeit und aber auch zur Steigerung des Kontrastsehens werden häufig Brillengläser mit sogenannten Kantfiltern verschieben. Diese speziellen Filtergläser blockieren vor allem das kurzwellige Licht, so dass im Auge weniger Streulicht entsteht.

 

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