3. Sehen in der Schule und im Beruf

  • Wobei hilft Funktionaloptometrie & Visualtraining?

  • Visuell bedingte Lernschwierigkeiten – Ein Überblick.

  • Mögliche Vorgehensweisen bei visuell bedingten Lernproblemen.

  • Zusammenhang zwischen Sehen & Lesen.

  • Warum eine Entlastungsbrille?


Wobei hilft Funktionaloptometrie & Visualtraining?

  • Lese-, Lern- oder Rechtsschreibschwäche aufgrund visueller Störungen.
  • Aufmerksamkeits-Defizit aufgrund visueller Störungen.
  • Nicht durch Krankheit bedingtes sichtbares Schielen oder Schwachsichtigkeit eines Auges.
  • Vorbeugung von Kurzsichtigkeit und Störungen des beidäugigen Zusammenspiels.
  • Stabilisierung bzw. Verlangsamung der Entwicklung von Kurzsichtigkeit.
  • Steigerung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten von Leistungssportlern.
  • Rehabilitation nach Schlaganfall oder Hirnverletzung im Bereich der visuellen Fähigkeiten.
  • Prismenreduzierung bei verstecktem Schielen bzw. „Winkelfehlsichtigkeit“.
  • Verstecktes Schielen bzw. „Winkelfehlsichtigkeit“ oder andere funktionelle Störungen des beidäugigen Zusammenspiels mit Symptomen wie z.B.:
    • Unschärfe in der Nähe.
    • Anstrengungsbeschwerden der Augen während oder nach Tätigkeiten in der Nähe.
    • Doppeltsehen.
    • Kopfschmerzen (Stirn und oder Schläfe) während oder nach Tätigkeiten in der Nähe.
    • Konzentrationsprobleme/Ermüdung bei Tätigkeiten in der Nähe.
    • Zusammenlaufen von Buchstaben oder Wörtern.
    • Unscharfe Fernsicht nach der Naharbeit.

 

Visuell bedingte Lernschwierigkeiten – Ein Überblick.

Die meisten visuellen Störungen haben einen starken Einfluss auf die Lernfähigkeit, die Lesefähigkeit und die Ausdauer/Konzentrationsfähigkeit für Tätigkeiten in der Nähe.

Visuelle Störungen können in folgenden Bereichen auftreten:

  • Augenbewegungsfähigkeiten – Die Fähigkeit die Augen präzise und genau bewegen zu können. Z.B. um beim Lesen die Augen von Wort zu Wort und von Zeilenende zu Zeilenanfang springen zu lassen.
  • Augenzusammenspiel – Die synchronisierte Teamarbeit der beiden Augen.
  • Beidäugiges Sehen – Verschmelzung der Seheindrücke der beiden Augen im Gehirn zu einem Bild.
  • Fokussierung (Scharfstellung).
  • Auge-Hand-Koordination.
  • Visuelle Wahrnehmung – Visuelles Gedächtnis, visuelle Formenwahrnehmung und bildliches Vorstellungsvermögen.

Da Sehen und Lernen so eng miteinander verknüpft sind, kann eine visuelle Störung sehr leicht mit einer Lernstörung verwechselt werden. Bei Kindern mit visuellen Störungen wird deshalb leider häufig fälschlicherweise eine Lernschwäche, eine Aufmerksamkeitsstörung oder eine Legasthenie diagnostiziert.
Es gibt verschiedene Gründe für diese Fehldiagnosen. Z.B. haben Kinder mit visuell bedingten Lernproblemen häufig Schwierigkeiten sich mit Ausdauer zu konzentrieren, wenn sie ihre Augen auf die Nähe (z.B. beim Lesen) ausrichten müssen. Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit (ADS, ADHS) können sich ebenso nicht auf ihre Schulaufgaben konzentrieren, sie zeigen das gleiche Verhalten wie Kinder mit visuell bedingten Lernproblemen.

GLEICHES VERHALTEN – UNTERSCHIEDLICHE DIAGNOSE!

 

Mögliche Vorgehensweisen bei visuell bedingten Lernproblemen.

Die Vorgehensweisen bei visuell bedingten Lernschwierigkeiten unterscheiden sich sehr stark von denen bei Aufmerksamkeitsdefizit (ADS, ADHS), Legasthenie oder Lernstörung. Bei visuell bedingten Lernschwierigkeiten verschreiben Funktionaloptometristen spezielle Entlastungsbrillen für Tätigkeiten in der Nähe. Zusätzlich führen Funktionaloptometristen bei Bedarf ein Visualtraining durch, um die wichtigen visuellen Funktionen zu verbessern.
Wenn Eltern bemerken, dass sich ihr Kind in der Schule erfolglos anstrengt, ist es an der Zeit eine umfassende funktionaloptometrische Untersuchung des visuellen Systems durchzuführen.

 

Zusammenhang zwischen Sehen & Lesen.

Während dem Lesen muss man Wörter sehen und gleichzeitig verstehen, was sie bedeuten. Manche Personen mit visuell bedingten Lernproblemen können Wörter sehen, jedoch nicht verstehen. Lesen und Schreiben sind die häufigsten Tätigkeiten, welche Personen in der Schule oder an ihrem Büroarbeitsplatz durchführen. Lesen, egal ob am Computer, in einem Buch oder von einem Blatt Papier ist eine visuelle Tätigkeit.
Beim Lesen …
müssen die Augen immer zur selben Zeit auf genau den selben Ort ausgerichtet sein.
muss der Fokus (Scharfstellung) der Augen korrekt eingestellt sein, damit die Buchstaben deutlich erscheinen.
müssen sich die Augen als ein synchron arbeitendes Team entlang der Zeilen bewegen.

Leseverständnis:

Um während dem Lesen auch zu verstehen, wird die in das Gehirn eingehende Information (geschriebene Wörter) in ein mentales Bild dekodiert. Auch das Gedächtnis und das bildliche Vorstellungsvermögen werden hierbei benötigt, um die gelesene Information einzuordnen und um den Sinn des Gelesenen zu erlangen.
Beim Lesen sind komplizierte visuelle Prozesse beteiligt. Ein Problem in einem oder in mehreren Bereichen dieser visuellen Prozesse kann bei einer Person mit Leseschwierigkeiten vorhanden sein.

 

Warum eine Entlastungsbrille?

Nahtätigkeiten, wie sie in unserer Gesellschaft verlangt bzw. durchgeführt werden, sind biologisch unnatürliche Aufgaben für unser Sehsystem. Das menschliche Sehsystem ist NICHT für diese modernen Anforderungen „konstruiert“. In vielen Fällen können visuelle Nahtätigkeiten (z.B. Lesen) im visuellen System grossen Stress erzeugen. Die Mehrheit der Personen in Industriegesellschaften zeigt deshalb mehr oder weniger starke Anpassungsreaktionen (z.B. Fehlsichtigkeiten oder Störungen im Augenzusammenspiel) auf diesen visuellen Stress. Neben der Schwierigkeit der eigentlichen Aufgabe, kann es zum Beispiel sein, dass das visuelle System unfähig ist die Buchstaben anhaltend deutlich zu halten (Fokussierung).
Eine Entlastungsbrille für Tätigkeiten in der Nähe ist keine Brille im herkömmlichen Sinn. Die Mehrheit der Personen, welche von einem Funktionaloptometristen eine Entlastungsbrille verschrieben bekommen, sehen in Nähe und Ferne auch ohne Brille perfekt deutlich. Mit einer Entlastungsbrille sehen die meisten Personen NICHT deutlicher. Eine Entlastungsbrille ist unter anderem dazu gedacht die Belastung des Fokussiersystems zu reduzieren. Im Schnitt ergibt sich eine Entlastung von 40%. Dadurch kann eine Person länger an ihrer Aufgabe bleiben, bevor die visuelle Aufmerksamkeit schlechter wird. In Fällen von sehr nahem Arbeitsabstand führen die Entlastungsbrillen häufig zu einer besseren (grösseren) Arbeitsdistanz. Dies führt zudem zu einer Entlastung des Bedarfs der Augeneinwärtsrichtung.
Eine Entlastungsbrille hat auch das Potential nachteilige Anpassungsreaktionen (z.B. Fehlsichtigkeiten oder Störungen im Augenzusammenspiel) auf biologisch unnatürliche Sehaufgaben zu verhindern. Eine Entlastungsbrille kann ihre Wirkung jedoch nur dann voll entfalten, wenn die Sehpflege eingehalten wird.

 

 

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